Hintergründe und Informationen

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HINTERGÜNDE UND INFORMATIONEN

Hier finden Sie weiterführende Informationen und Hintergründe zu Fernwärme, regenerativem Strom in Ottobrunn, KWK-Anlagen, Energie-Contracting und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Sind trotzdem noch nicht alle Fragen geklärt? Nehmen Sie doch einfach mit uns [KONTAKT] auf – wir helfen Ihnen gerne weiter!

Fernwärme im Detail
In Ottobrunn wird Fernwärme mittels Geothermie (Erdwärme) erzeugt. Hierbei wird die unter der Erdoberfläche gespeicherte Energie für die Erzeugung von Strom verwendet. Das Süddeutsche Molassebecken, das sich von München in das Alpenvorland erstreckt, bietet gute Voraussetzungen, in einer Tiefe von 3,5 bis 4,5 km Thermalwasser auch für die Stromerzeugung zu nutzen. Zwei geothermale Heizkraftwerke an den Standorten Kirchstockach und Dürrnhaar liefern dabei sowohl Strom wie auch Wärme für Ottobrunn und die umliegenden Gemeinden.

Thermalwasser, das bis zu 138 Grad heiß ist, wird dabei aus 4000 Metern Tiefe gefördert und in den Anlagen der Kraftwerke in Energie umgewandelt. Hierbei werden spezielle Niedertemperatur-Prozesse verwendet, um eine Turbine mit angekoppeltem Generator anzutreiben. Ein Teil der Wärme wird zudem für Fernwärme ausgekoppelt und erhitzt über einen Wärmetauscher das Wasser im Fernwärmenetz. Wasser ist aufgrund seiner Eigenschaften (hohe spezifische Wärmekapazität) besonders gut geeignet und wird deshalb als Trägermedium für den Transport der Energie verwendet.

In den wärmegedämmten Rohrleitungen des Fernwärmenetzes wird das heiße Wasser in einem kontinuierlichen Kreislauf gefördert. Um Korrosion und Härteausscheidungen auf den inneren Oberflächen der Rohre zu vermeiden, wird das verwendete Wasser im Kreislauf enthärtet. Da Salzgehalt und Sauerstoffkonzentration bei der Korrosion eine Rolle spielen, wird im Umlaufwasser von modernen Fernwärmenetzen möglichst salz- und sauerstoffarmes Wasser eingesetzt.

Die Wärmeübergabe erfolgt beim Verbraucher innerhalb der Fernwärme-Übergabestation im Haus (Keller). Das heiße Wasser überträgt dabei im Wärmetauscher seine Energie auf das Brauch- und Trinkwasser, ohne mit diesem direkten Kontakt zu kommen. Bei der Warmwasserbereitung muss eine Warmwassertemperatur von mehr als 60 °C aufrechterhalten werden, um das Trinkwasser vor Legionellen zu schützen. Die Warmwasserbereitung erfolgt je nach Bedarf über ein Durchflusssystem (Erwärmung direkt im Wärmetauscher der Übergabestation) oder ein Speicher-Lade-System (Wasserspeicher für das erwärmte Wasser).

Erneuerbarer Strom in Ottobrunn
Strom aus erneuerbaren Quellen ist nach menschlichem Ermessen unerschöpflich. Die Energieversorgung Ottobrunn legt besonderes Augenmerk darauf, dass wir Kunden nur Strom liefern, der aus verantwortungsbewusster Produktion stammt. Daher finden Sie in unserem Strom nur regenerative Energien und Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung. Allein damit sparen Sie jährlich in Ihrem Haushalt ein bis zwei Tonnen CO2 ein!

Die wichtigsten Quellen für regenerativen Strom sind Sonnenenergie (Fotovoltaik und Solarthermie), Windkraft, Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und Biomasse. Für den zukünftigen Energiemix in Deutschland und der Region sind diese Erzeugungsarten unerlässlich und sind entsprechend der lokalen Standortbedingungen unterschiedlich stark ausgeprägt. Als lokaler Energieversorger haben wir uns auch den Ausbau der Energieerzeugung vor Ort auf die Fahnen geschrieben. Deshalb planen wir den weiteren Ausbau regenerativer Erzeugungsanlagen, insbesondere Fotovoltaik,

Solarenergie und Wasserkraft werden bereits vielfach verwendet. Ebenso ist die Nutzung von Windkraft in der Region interessant, allerdings aufgrund der gegenwärtigen Rechtsgrundlage in Bayern nur schwer durchsetzbar. Geothermie aus den Heizkraftwerken in Dürnhaar und Kirchstockach produzieren große Mengen an ökologisch nachhaltigem Strom. Die Energieversorgung Ottobrunn arbeiten jedoch an Projekten, wie sich diese Quellen durch Kooperationen künftig für die Region erschließen lassen.

 

Geothermie im südlichen Landkreis München

In Dürnhaar und Kirchstockach wurde 2007 mit dem Bau von zwei geothermalen Heizkraftwerken begonnen. Die beiden Standorte werden von der Süddeutsche Geothermie-Projekte GmbH betrieben und liefern seit 2012/13 sowohl Strom als auch Fernwärme. Völlig CO2-neutral werden so in Dürnhaar und Kirchstockach jeweils 5,5 MW Strom erzeugt. Die Anlagen eignen sich hervorragend dafür, Privathaushalte und wärmeabnehmende Gewerbestrukturen in der umliegenden Region zu versorgen.

Sinnvollerweise nutzen wir neben dem ökologisch erzeugten Strom auch die Wärme in Fernwärmenetzen. Hierfür arbeite die Energieversorgung Ottobrunn eng mit dem Betreiber der Anlagen in Dürrnhaar und Kirchstockach zusammen. Das Potenzial der Geothermiekraftwerke beträgt insgesamt etwa 100 MW. Damit können schätzungsweise 15.000 Haushalte in Ottobrunn und den umliegenden Gemeinden mit Fernwärme versorgt werden.

Weitere Informationen zu den Geothermiekraftwerken finden Sie auf der Webseite des Betreibers [HIER].

 

Solarenergie vor Ort

Solarkollektoren auf Dächern helfen in der Region, die Heizung und Warmwassererwärmung in Privathaushalten oder anderen Immobilien wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu gestalten. Diese einfache Möglichkeit kann die bestehenden Heizkosten um bis zu 30 % entlasten.

Neben privatwirtschaftlichem Engagement von Bürgen fördern wir auch eigene Objekt für die Stromerzeugung. Die erste Anlage der Energieversorgung Ottobrunn wurde 2013 auf dem Dach der Häuser Stumpfwiesenweg 8-12 in Unterhaching realisiert. Diese Anlagen produzieren ca. 40.000 kWh pro Jahr bei einer Anlagenleistung von insgesamt ca. 44 kWp. Weitere Anlagen sind geplant.

 

Windkraft auf Landkreis-Ebene

Mittlerweile können neben Küstenstandorten und weiten Ebenen auch windschwächere Standorte mit eigens entwickelten Windkraftanlagen wirtschaftlich genutzt werden. Daher werden wir uns bei der Entwicklung von Windkraft im südlichen Landkreis München einbringen. Die Bestimmungen in der Bayerischen Landesbauordnung (10H-Regelung) führen jedoch dazu, dass aktuell keine Windkraftanlagen gebaut werden können.

Kraft-Wärme-Kopplung - Die effiziente Kombination für Strom und Wärme
Neben erneuerbaren Energien ist die Steigerung der Effizienz bei der Energieerzeugung ein wichtiger Baustein als Brückentechnologie für die Energiewende. Bei konventionellen Großkraftwerken werden nur zwischen 30% und 40% der Primärenergie tatsächlich in Strom umgewandelt. Der Rest der Energie geht als ungenutzte Wärme verloren und wird über Kühltürme an die Umgebung abgegeben.

Durch das Prinzip einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) kann ein Großteil dieser Restenergie jedoch sinnvoll genutzt und für die Erzeugung von Fernwärme verwendet werden. Die doppelte Energieausnutzung im KWK-Prozess erreicht so einen Nutzungsgrad von bis zu 90%, was große Mengen an Rohstoffen und CO2 eingespart. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung KWK als eine der wichtigsten Maßnahme zur Reduktion der Treibhausgase in ihr Klimaschutzprogramm aufgenommen und fördert die Verwendung von erneuerbaren Energien in diesen Prozessen zusätzlich.

KWK-Anlagen lassen sich ebenfalls mit nachwachsenden Rohstoffen wie Bio-Gas und Pflanzenöl betreiben. Hierfür sind speziell umgerüstete Motoren geeignet. Bio-Gas wird vielerorts auch in das Erdgasnetz eingespeist und steht somit in ganz Deutschland zur Verfügung.

Das KWK-Prinzip lässt sich zudem in kleinen Anlagen dezentral für den Netzausbau nutzen. Auf diese Weise erfolgt die Erzeugung vor Ort, wo die Energie benötigt wird. Hier reicht das Anwendungsspektrum von größeren Wohneinheiten bis hin zu Industriebetrieben. In Kombination mit der Einspeisung der Wärme in ein Wärmenetz eignet sich die so erzeugte Wärme ebenfalls hervorragend für die Versorgung von einzelnen Häusern und Wohnungen. Durch die hohe Laufzeit der Anlagen werden Netzausbaumaßnahmen sinnvoll ergänzt und gleichzeitig Emissionen reduziert.

Projekte Energie-Contracting

Eine moderne Wärmeversorgung kann sehr umweltfreundlich organisiert werden und effiziente Konzept sind besonders bei beengten Platzverhältnissen in Bestandsgebäuden gefragt. Wir liefern unseren Kunden komplette Heizungsanlagen und betreiben diese vor Ort. Kleine Blockheizkraftwerke nach KWK-Prinzip liefern dabei neben Wärme auch Strom und erhöhen somit den Wirkungsgrad. Eine hohe Ausnutzung der Primärenergie wird somit sichergestellt.

Hier ein Auszug aus den erfolgreich realisierten Projekten der letzten Jahre:

  • Riemerling: Nahwärmeversorgung für 7 Mehrfamilienhäuser
    Bereits 2010 haben wir zusammen mit der Gemeinde Hohenbrunn die Errichtung der Häuser in der Rosenstraße-Ecke Dahlienstraße mit einem individuellen Wärmeversorgungskonzept unterstützt. Im Keller des Hauses in der Dahlienstraße 36 befindet sich die Heizzentrale, die bis zu 36 Haushalte und Gewerbe in den sechs angeschlossenen Objekten versorgt.
  • Höhenkirchen-Siegertsbrunn: Fernwärme auf dem Ruff-Gelände und in der Bahnhofstraße
    Gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft Anton Schrobenhauser und der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn, haben wir 2012 auf dem ehemaligen Ruff-Gelände in Höhenkirchen eine zukunftsfähige Wärmeversorgung geschaffen. Im ehemaligen Kindergarten in der Bahnhofstraße wurde ein Blockheizkraftwerk nebst Spitzenlastkessel und Zubehör errichtet, der insgesamt 80 Haushalte mit Strom und Wärme versorgt.
  • Gauting: Wärmeversorgung eines Gewerbe- und Wohnobjektes im Zentrum
    Die Energieversorgung Ottobrunn versorgt auch die Wohnungseigentümergemeinschaft „August-Hörmann-Platz 1-4“ in Gauting. Seit 2012 wird das Objekt von einem Blockheizkraftwerk mit Pufferspeicher und Spitzenlastkessel versorgungssicher betrieben. Damit bieten wir 20 Haushalten und Geschäften eine wirtschaftliche und gleichzeitig umweltfreundliche Versorgung!

Das Erneuerbare-Energie-Gesetz – Wir unterstützen Sie als Energieerzeuger
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat das Ziel, die Entwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom und den Anteil erneuerbarer Energien in der Stromproduktion voranzutreiben. Auf diese Weise soll sich der Anteil von alternativen Energieträger am Bruttostromverbrauch bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45% (Stand 2015: 33%) erhöhen. Aus unserer Sicht kein ambitioniertes Ziel, zusammen können wir in der Region mehr schaffen.

Nach dem EEG wird die Erzeugung von Strom aus Energiequellen wie Fotovoltaik, Biomasse, Bio-Gas oder Windkraft gefördert und vergütet, die ins Stromnetz eingespeist oder selbst verbraucht werden. Das Gesetz gewährleistet, dass Anlagenbetreiber den (im Jahr der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage geltenden) Vergütungssatz für dieses Jahr und zwanzig weitere Jahre erhalten. Mit dieser Festlegung soll den Anlagenbetreibern eine ausreichende Investitionssicherheit gegeben werden.

Neben diesen festen Vergütungen sind auch Prämien für selbst vermarkteten oder verbrauchten Strom vorgesehen. Gerade der Betrieb von Fotovoltaik-Anlagen, deren Strom selbst genutzt wird, wird so finanziell interessanter. Da die selbst erzeugte Energie günstiger als der Strombezug aus dem Netz ist, erhöhen sie die Wirtschaftlichkeit der Anlage gerade bei einem hohen Eigenverwendungsanteil.

Gerne beraten wir Sie bei der Planung einer eigenen Fotovoltaik-Anlage auf Ihrem Dach, die aufgrund der in Ottobrunn und Umgebung überdurchschnittlichen Sonneneinstrahlung der Region besonders wirtschaftlich sein kann.